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Online-Ausstellungen der deutschen Minderheit in der Ukraine

Aus dem Bericht von Dr. Karl Stumpp vom 31. Oktober 1942 über die Lage der deutschen Minderheit in der Wolhynien- und Mittleren Dnjepr-Region

Laut neuer Verfügung ist die Verpflegung der Volksdeutschen so geregelt, dass ihre Ernährungslage als einigermassen ausreichend bezeichnet werden kann. Stellenweise mangelt es jedoch sehr an Kartoffeln, weil im Frühjahr 1942 nicht genügend Saat vorhanden war und daher der Kartoffelanbau auf geringe Flächen beschränkt werden musste. Es müsste deshalb für eine angenehmere Versorgung der Volksdeutschen mit Kartoffeln das nötige veranlasst werden. 

Es wäre gut, wenn jede Familie oder wenigstens die kinderreichen Familien, eine Kuh bekämen. Im Kreise Nikopol, Generalkommissariat Dnjepropetrowsk hat jede Familie eine Kuh erhalten. In anderen Gebieten sind die Kühe bei den Kollektiven zurückgehalten worden, daher können die Bauern für den eigenen Bedarf keine Milch beziehen. 

Eine gerechte Lösung würde es bedeuten, wenn die Volksdeutschen in der Ukraine in der Lebensmittelzuteilung den hier eingesetzten Vertretern des Reiches gleichgestellt würden.

[…]

In den deutschen Dörfern, teilweise auch in den Städten, sieht man zuweilen folgendes Bild: die Leute sind in Lumpen gehüllt und haben um die Füße ein Stück Sacktuch oder Gummi gewickelt. Es kommen Fälle vor, daß in kinderreichen Familien die Kinder im Sommer nackt umherlaufen, im Winter auf ein Strohlager in der Nähe des Ofens gepackt und mit Lumpen zugedeckt werden. Weil viele Kinder weder Kleider noch Schuhe haben, werden sie auch in diesem Winter genauso wie im vorhergehenden die Schule nicht besuchen können. 

Woran es bezüglich der Kleidung am meisten fehlt, ist schwer zu sagen. Eines steht fest: die Leute stehen nackt und bloss da. Sie müssen etwas auf den Leib bekommen und mit, wenn auch primitiven Schuhzeug versehen werden. Wie dieser Notlage am ehesten und wirksamsten abgeholfen werden kann, ist den zuständigen Stellen bereits wiederholt geschildert worden. Es bleibt nun zu erwarten, dass die Hilfe bald einsetzt und wenigstens der grössten Not gesteuert wird.


(Центральний державний архів вищих органів влади України)

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