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Online-Ausstellungen der deutschen Minderheit in der Ukraine

Als die Front sich dem Dnjepr näherte und unsere Evakuierung anbefohlen wurde, verließen am 30. September 65 Familien Einlage im Treck, darunter auch Kronsweider. Es waren 49 Wagen mit 126 Pferden und 30 Kühen.

In Apostolowo wurde ein Teil – meistens Frauen und Kinder – vom Treck getrennt. Sie sollten mit der Bahn weiterbefördert werden.

[…]

Wir treckten weiter, kamen nach Sagradowka, Gebiet Kronau, wo wir einen Teil der Wagen und Pferde abgeben mußten. Am 29. Oktober ging es zurück zum Dorfe Bratskoje. Hier ruhten wir bis zum 3. November, und dann ging es mit unsern gut gefütterten Pferden weiter nach dem Westen. Am 10. November kamen wir in Proskurov an, und an dem Tage fiel der erste Schnee. Es wurde eine Rast von 3 Tagen eingesetzt. In dieser Zeit wurden alle Pferde mit Hufeisen beschlagen, und der Zuchthengst zurückgelassen.

Am 13. November ging es wieder weiter Richtung Westen. Am 17. November wurde in Nemierenze eine Reisepause angeordnet, denn Pferde und Menschen waren ruhebedürftig. Am 6. Dezember wurden wir hier von 50 Partisanen überfallen, die uns 11 der besten Pferde entführten. Um 10 Uhr abends desselben Tages kam eine andere Gruppe von Partisanen und entführte noch einmal 29 Pferde. Nun hatten wir von 81 Pferden 40 verloren. […]

Am 22. Dezember wurde der ganze Treck in Eisenbahnwagen geladen, und dann ging’s in kalten, ungeheizten Wagen weiter nach dem Westen. Am 26. Dezember kamen wir in Litzmannstadt an, wo wir entlaust wurden. Man brachte uns im Mai 1944 in den Warthegau, wo wir in Polenhäusern untergebracht wurden.


(Fast, Gerhard: Das Ende von Chortitzsa. Ontario, 1973) 

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