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Online-Ausstellungen der deutschen Minderheit in der Ukraine

Aus den Erinnerungen von Johann Epp, dem Vorsitzenden der Rayonverwaltung von Chortitza, an den Beginn der Besatzung

Im Dezember 1941 kam dann die Zivilverwaltung mit einem Gebietskommissar, Hermann Rehm, an der Spitze, dem ich unterstellt wurde. Zu dieser Zivilverwaltung gehörten vier Rajons: Chortitza, Saporoshje, Sofiewka und Nowo-Nikolajewka. Die letzten drei lagen am linken Ufer des Dnjepr. Ich hatte jetzt also einen Vorgesetzten, der mir Order gab. Einesteils war das eine Erleichterung für mich, aber es gab auch Ärger, denn die Herren aus Deutschland kannten uns und unsere Sitten und Gebräuche nicht. Vieles war anders als in Deutschland, und die NSDAP mit Hitler an der Spitze verdächtigte das Christentum ebenso wie die Kommunisten. Wir hatten bei uns an den Schulen wieder Religionsunterricht, was aber vom Gebietskommissar abgelehnt wurde. Immerhin ließ man uns die Kirche für den Gottesdienst benutzen. 1935 war sie von den sowjetischen Behörden in ein Kino umgewandelt worden. Seit dieser Zeit hatte es keine Gottesdienste mehr gegeben. Auch der russische orthodoxe Kirche wurde wieder in Ordnung gebracht und benutzt.

Am Anfang hatte ich verschiedene Streitigkeiten mit dem Gebietskommissar. Als wir uns besser kennenlernten, wurden wir zuletzt gute Freunde und hatten gegenseitig Vertrauen. Alles fing an aufzuleben. Alle Schulen waren wieder geöffnet, in den Fabriken und in der Ziegelei wurde wieder gearbeitet. Die Geschäfte waren teilweise eingerichtet, das Getreide wurde von den Kolchosen aufgekauft, und zum Teil waren die Kolchosbauern wieder selbständig geworden. 


(Heimatbuch der Deutschen aus Russland, 1990/1991)

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